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veröffentlicht am 03.04.2020

Ökotipps für lange Tage zuhause

Seit Anfang März 2020 steht ein großer Teil des öffentlichen Lebens in Österreich und vielen anderen Ländern still. Schulen, Universitäten, Museen, Restaurants, Geschäfte sind geschlossen – die aktuelle Situation aufgrund der Corona-Krise stellt unser Leben auf den Kopf.

Viele Menschen sind durch die Auswirkungen dieser Krise in ihrer Existenz bedroht und auf Unterstützung und Solidarität angewiesen. Pflegekräfte, Einsatzkräfte, LandwirtInnen, MitarbeiterInnen im Handel und noch etliche mehr leisten in diesen Tagen (aber auch sonst) überlebenswichtige Arbeit. Viele von uns tragen jedoch am besten zur Bewältigung der Krise bei, indem sie einfach nur zuhause bleiben.

Diese ungewohnte Situation fordert unsere Gesellschaft enorm heraus. Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft müssen in den nächsten Monaten einen Kraftakt vollbringen, um Leben zu schützen, Existenzen zu sichern und unseren Planeten auf Klimakurs zu bringen.

Aktuell ist die Entschleunigung für jede/n einzelne/n aber auch eine Gelegenheit, sich zu Hause wieder der eigenen Fähigkeiten bewusst zu werden und Dinge anzupacken, die sonst liegen bleiben. Greenpeace hat für Sie einige Ideen für einen umweltfreundlichen und gesunden Alltag in den eigenen vier Wänden gesammelt.

1) Auf Grünstrom wechseln

Mit wenigen Klicks können Sie langfristige Weichen für die Umwelt stellen. Informieren Sie sich über die verschiedenen Stromanbieter und wechseln Sie auf Grünen Strom. Wer bisher keine Zeit dafür gefunden hat, hat jetzt die Möglichkeit. In Österreich gibt es zahlreiche Stromanbieter, die Ökostrom anbieten.

2) Umweltfreundlich einkaufen

Auch in der aktuellen Situation gibt es zahlreiche Möglichkeiten, umweltfreundlich einzukaufen. Direktvermarkter, Bauernläden und der Ab-Hof Verkauf sind weiterhin geöffnet. Bauernmärkte dürfen weiterhin abgehalten werden – am besten informieren Sie sich online über die Situation in Ihrer Stadt oder Gemeinde. Auch Einzel-Lebensmittelhändler (wie Bäckereien, Gemüsegeschäfte, Bioläden) haben geöffnet und ihre Geschäfte sind oft weniger stark besucht als die großen Ketten.

Gerade jetzt in der Krise sollten wir auch beim Online-Shopping UnternehmerInnen in der Region unterstützen, anstatt bei den großen, steuervermeidenden Konzernen zu bestellen. Eine Liste an österreichischen Online-Shops gibt es hier und hier.

3) Bio-Kräuter oder Gemüse selbst anbauen

Egal ob auf der Fensterbank, am Balkon oder im Garten – ein kleiner Kräutergarten hat überall Platz. In Büchern oder online gibt es viele Tipps für alle HobbygärtnerInnen. Zur Inspiration: Dill, Kresse, Petersilie, Kerbel oder Schnittlauch sprießen im Topf häufig sogar besser als im Boden. Auch Zitronengras, Ingwer, Kurkuma oder Koriander wachsen im Zimmer und bringen Frische in die Wohnung und auf den Teller. Saatgut und Erde ist bei vielen Supermärkten erhältlich. Als Topf können Sie notfalls Joghurtbecher oder ähnliches verwenden.

4) Kleidung selbst reparieren

An den langen Wochenenden daheim kann man sich gut Zeit für lange aufgeschobene Projekte nehmen – zum Beispiel ein genauer Blick in die Kleiderschränke. Oft verbergen sich hier wahre Schätze, die nur eine kleine Reparatur benötigen. Mit kleinen Reparaturen wie Knopf annähen, Löcher flicken, neu einfärben oder Schuhsohlen ankleben, kann die Lebenszeit der Kleidungsstücke rasch verlängert werden – und damit spart man auch noch Ressourcen! Das macht zusammen mit Kindern, PartnerIn oder alleine mit guter Musik Spaß.

5) Haushaltsgeräte selbst reparieren

Der Drucker knarrt, die Gartenmöbel verlieren die Farbe, der Tisch wackelt? Kein Grund für einen Neukauf. Kleine Reparaturen sind dank online Anleitungen für HeimwerkerInnen leicht selbst zu erledigen. Hier sind einige bekannte Portale und Foren mit Reparaturtipps für Elektrogeräte, Haushaltsgeräte, Gartenmöbel.

6) Upgrade bei der Mülltrennung

„Früher musste ich um den ganzen Häuserblock gehen. Jetzt steht die Biotonne im Müllraum. Das motiviert auch andere HausbewohnerInnen zur Mülltrennung“, berichtet eine Kollegin. Wer in Wien lebt, kann mit einem Anruf bei der Hausverwaltung weitere Sammelcontainer für das Haus beantragen. Informieren Sie sich bei Ihrer Hausverwaltung oder direkt bei der Gemeinde über die verfügbaren Sammelbehälter. Noch ein Tipp: Leider sind die Müllsammelsysteme in Österreich nicht einheitlich. Jede Gemeinde hat jedoch Informationsblätter, wie die Sammlung passiert – informieren Sie sich und helfen Sie mit, Ressourcen bestmöglich in einem Kreislauf zu halten.

7) Kosmetik selbst machen

Wer vom vielen Händewaschen raue Hände oder von der Heizungsluft spröde Lippen hat, kann sich an selbstgemachter Kosmetik erproben und damit auch der Umwelt etwas Gutes tun. Denn selbst gemachte Kosmetik enthält kein Mikroplastik, spart Verpackungsmaterial und pflegt die Haut ganz natürlich. Einige Rezepte zum Selbermachen von Lippenbalsam, Deo, Shampoo etc. hat Greenpeace hier gesammelt. Die Zutaten sind im Supermarkt, in der Apotheke oder der Drogerie erhältlich.

8) Geldsparen bei einer grünen Bank

Wohin die aktuellen Hilfspakete und die folgenden Konjunkturpakete der Regierungen in der Corona-Krise fließen, wird unsere Gesellschaft und unseren Planeten langfristig prägen. Für Greenpeace ist klar: Die Budgets müssen zukunftsfähige Branchen stärken und für nachhaltige Jobs sorgen, etwa bei erneuerbarer Energie, Sanierungen oder sauberem Verkehr.

Aber auch jede/r einzelne von uns kann mit der Wahl der eigenen Bank schon jetzt einen kleinen Beitrag für Klima- und Umweltschutz leisten. Umweltbanken (z.B. GLS Bank, Ethikbank, Triodos Bank aus Deutschland) investieren das Geld der Anleger in nachhaltige Projekte wie die Energiewende, ökologische Landwirtschaft, Bildungs- und Sozialprojekte und legen ihre Geschäfte transparent offen. Auf die erste grüne Bank in Österreich müssen wir leider noch warten. Ein Sparbuch anzulegen ist allerdings auch bei einer der deutschen Öko-Banken möglich.

9) Lebensmittel richtig lagern

Viele von uns haben in den letzten Tagen Vorräte angelegt. Um ihre Lebensdauer so lange wie möglich zu halten, ist richtige Lagerung wichtig. Einige Tipps zur Lebensmittellagerung hat Greenpeace hier zusammengefasst. Einweg-Plastikfolie können Sie übrigens mit wiederverwendbaren Bienenwachstüchern ersetzen. Hier ein Tipp zum Selbermachen: Bienenwachs (zu kaufen in der Apotheke) in einem Topf auf dem Herd schmelzen und mittels Pinsel auf alte Baumwoll-Textilien streichen, zum Beispiel alte Kinderbettwäsche. Dann Backpapier auf den Stoff legen, bügeln, sodass sich das Wachs gleichmäßig verteilt, trocknen.

Einige Tipps für die Restlküche finden Sie hier und hier.

10) Ökologisch putzen

Je mehr Zeit man in den eigenen vier Wänden verbringt, desto wichtiger ist es, sich dort wohlzufühlen. Viele greifen jetzt zu Putzlappen und Staubsauger, und machen einen ausgiebigen Frühjahrsputz. Dass dafür keine chemischen Putzmittel nötig sind zeigt dieser Artikel. Mit Essig, Zitronensäure, Soda und Natron spart man Plastikmüll und Geld – und schont gleichzeitig Gesundheit und die Umwelt. Essig ist zum Beispiel ein echter Allrounder. Er entkalkt Wasserkocher und Waschmaschinen, ein Schuss davon ins Weichspülerfach macht die Wäsche flauschig, gemischt mit Wasser und etwas ätherischem Öl wird er zum Universalreiniger. Und eine Haarspülung mit Apfelessig bringt weiches, glänzendes Haar.

11) Online aktiv bleiben

In der aktuellen Situation rücken viele Themen in den Hintergrund – wir können uns jedoch auch weiterhin online für Umwelt, Hilfe in Notsituationen, Menschenrechte uvm. einsetzen. Bewegungen wie Fridays for Future haben ihren Protest zum Beispiel in den letzten Wochen ins Netz verlegt. Wir alle können uns auch weiterhin von daheim für Mensch und Umwelt einsetzen zum Beispiel über Petitionen oder durch die Unterstützung von NGOs und unabhängigen Medien.

12. Solidarität zeigen

Die Corona-Krise zeigt auch, dass die Gesellschaft von den Handlungen einzelner und den lokalen Solidaritäts-Netzwerken lebt. Wenn Sie können, dann helfen Sie NachbarInnen – besonders den Verletzlichen unter uns – damit sie sich nicht dem Risiko einer Ansteckung aussetzen müssen. Es gibt schon eine Reihe toller Aktionen dazu. Genau diese Netzwerke helfen, Krisen zu überstehen!

Die Krise führt uns vor Augen, was wirklich wichtig ist im Leben: Gesundheit, Solidarität, ein harmonisches Zusammenleben mit Mitmenschen und im Einklang mit unserer Umwelt.

Was bedeutet die Corona-Krise für Greenpeace?

Die Welt braucht unsere Stimme für den Umweltschutz jetzt ganz besonders. Wir werden wachsam bleiben, damit Umweltzerstörer die Ablenkung durch Corona nicht nutzen können, um unbemerkt Profit aus der Zerstörung wertvoller Naturräume zu schlagen. Um unseren Einsatz für die Umwelt fortführen zu können, sind wir – gerade in diesen herausfordernden Zeiten – auf Ihre Unterstützung angewiesen.

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