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veröffentlicht am 23.11.2020

Black Friday

Black Friday: Unser Planet im Ausverkauf

Die Erde wird irgendwann ausgeschöpft sein, wenn wir nicht endlich nachhaltig produzieren und konsumieren. Bereits jetzt sind die Kosten unseres Verhaltens sichtbar: Klimakrise, Artensterben und Plastikmüll in den Meeren sind die bleibenden Produkte der hungrigen Konsumgesellschaft.

Seit Anfang dieses Jahres bis zum 22. August hatte die Menschheit bereits alle natürlichen Ressourcen, die die Erde in einem gesamten Jahr produzieren kann, verbraucht. In Österreich wurde dieser Tag bereits am 8. April erreicht.Schnelllebige Produkte sind in! Der Lebenszyklus von Konsumgütern hat sich zwischen 1992 und 2002 halbiert. Seit den 1980er Jahren beschleunigen zum Beispiel Modehändler den Wechsel von Modetrends; es wird mehr gekauft und mehr weggeworfen. Gewinne stehen für große Unternehmen an erster Stelle, während Qualität, Reparaturfähigkeit und Vielseitigkeit der Produkte abnehmen. Exzessive Werbung trichtert uns ständig ein noch mehr zu kaufen - besonders in der Vorweihnachtszeit und zum Black Friday. Noch mehr Produkte, die wir eigentlich gar nicht brauchen! Unternehmen können mittlerweile ganz geschickt persönliche Schwächen und Wünsche der Verbraucher identifizieren und Werbung über Algorithmen ganz einfach personalisieren. Dabei wird uns das Gefühl vermittelt, dass uns diese Fließband-Produkte Freude bereiten und unseren gesellschaftlichen Status verbessern. Wer will nicht immer das Neueste vom Neuen? Der Onlinehandel lockt mit Rabatten und Sonderangeboten, die zu massenhaften Spontankäufen und auch oft zu anschließenden Rücksendungen führen. In Österreich wurden 2019 knapp 33 Millionen Pakete von Kunden an Handelsunternehmen wie Amazon retourniert. Das sind etwa 3.800 pro Stunde! Die Retourenquote für Kleidung im Onlinehandel lag im gleichen Jahr bei 50 Prozent. Dabei landen laut EHI Retail Institute rund 4 Prozent der Retouren anschließend nicht mehr im Verkauf sondern direkt im Müll.

Es gibt Alternativen zum grenzenlosen Konsum

Es gibt allerdings auch bewährte und kreative Alternativen zum unersättlichen Konsum: reparieren und selber machen! Greenpeace veranstaltet seit Jahren parallel zum Black Friday und zum Beginn der Weihnachtseinkaufs-Saison die MAKE SMTHNG Week. MAKE SMTHNG ist eine internationale Bewegung des Selbermachens, die kreative Köpfe weltweit dazu einlädt Wissen und Kompetenzen auszutauschen. Ziel ist es, eine Gegenbewegung zur Wegwerfmentalität der Konzerne zu schaffen, indem z. B. selbst Kleidung ausgebessert oder getauscht wird, Geräte selbst repariert, Kosmetik- und Reinigungsprodukte selbst hergestellt, Müll reduziert, Obst und Gemüse angebaut oder Gegenstände des Alltags miteinander geteilt werden. Ein nachhaltiges Konsumieren ist tatsächlich möglich!

Der Black Friday findet aufgrund von COVID-19 Einschränkungen dieses Jahr fast nur online statt. Eine Umfrage ergab, dass die ÖsterreicherInnen beim Black Friday und Cyber Monday 2020 pro Kopf knapp 260 € ausgeben wollen. Knapp 60 Prozent der Bevölkerung wollen die Aktionstage nutzen, bei unter-29-Jährigen planen sogar mehr als 80 Prozent einen Einkauf. Online-Giganten schlagen daraus abermals Profit. Schon von Juli bis September 2020 hat Amazon 5,3 Mrd US Dollar Gewinn gemacht. Das ist doppelt so viel wie im Vorjahr! Während das Vermögen von Jeff Bezos mittlerweile knapp 200 Mrd US Dollar beträgt, müssen kleine Unternehmen in der lokalen Wirtschaft oft um ihre Existenz bangen.

Deshalb ist jetzt der richtige Moment, um die Art des Konsumierens zu überdenken und auf lokale, umweltfreundliche und faire Unternehmen zu setzen. Nachhaltige Produkte aus der Nachbarschaft, hinter denen ein bekanntes Gesicht steckt und deren Lieferketten transparent sind, sollten jetzt Vorrang haben. Es ist Zeit für eine solidarische Gemeinschaft, die sich gegenseitig fördert.

Konsum als Selbstzweck macht uns Menschen nicht glücklich. Nicht jeder Deal ist ein guter Deal: wenn der Trend des schnellen Konsums so weitergeht wie bisher, ist zum Schluss die Rechnung für Mensch und Planet sehr hoch.


Tipps zu sozial-ökologischem Konsum

  1. Das nachhaltigste Produkt ist das, das wir bereits haben. Überlegen Sie vor dem Kauf bewusst, ob Sie das Produkt benötigen und es lange benutzen werden.
  2. Teilen, tauschen oder Second-Hand statt neu kaufen
  3. Wenn neu, dann regional und fair
  4. Um Spontankäufe zu vermeiden, hilft es eine Einkaufsliste zu machen und zeitlich Abstand zu schaffen. Vor dem Kauf also nochmal eine Nacht drüber schlafen und erst dann kaufen, wenn man sich wirklich sicher ist.

Reparieren statt kaufen

Zum Black Friday online aktiv werden

  • Die Greenpeace Initiative Make Smthng
  • Machen Sie am Black Friday auf Social Media auf den Konsumwahnsinn aufmerksam und nutzen Sie die Hashtags #buynothing #makesmthng #disruptblackfriday
  • Die Initiative Fashion Revolution ruft in diesem Jahr zum Social Storm gegen die Fast Fashion Konzerne auf. Senden Sie den großen Marken eine Nachricht auf Twitter, Instagram oder Facebook. z.B. Hey [@fashionbrand], an diesem Black Friday möchte ich wissen: #WhatsInMyClothes? #WhoMadeMyClothes

Fordern Sie die großen, globalen Unternehmen dazu auf, nur solche Produkte herzustellen, die Qualität, Haltbarkeit und Reparierbarkeit gewährleisten. Materialien und Herstellungsprozesse sollten ganz schadstofffrei sein. Unternehmen sollten die Menge ihrer vernichteten Ware öffentlich machen müssten. Und das Umweltministerium muss endlich festlegen, dass neuwertige und gebrauchsfähige Ware nicht vernichtet werden darf. Teilen Sie diese Informationen mit anderen Menschen, um auf die Folgen des unstillbaren Konsumhungers aufmerksam zu machen!

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